Die Tafel von Valun
In der Wand der Pfarrkirche von Valun steckt ein unscheinbarer Stein, der zu den ältesten Schriftzeugnissen Kroatiens zählt: die Tafel von Valun (Valunska ploča) aus dem 11. Jahrhundert.
Das Besondere: Die Inschrift ist zweisprachig und in zwei Schriften verfasst. Ein Teil ist altkroatisch in glagolitischer Schrift, der andere lateinisch in karolingischen Minuskeln. Wer schon die Tafel von Baška auf Krk kennt, findet hier eine kleine, aber spannende Schwester.
Was auf dem Stein steht:
Es ist ein Grabstein für drei Generationen einer Familie: die Großmutter Teha, ihren Sohn Bratohna und den Enkel Juna.
Ursprünglich lag die Tafel bei der Kirche des heiligen Markus im alten Dorf Bućev oberhalb von Valun, die bis heute als Friedhof der Valuner dient. Heute ist sie in der 1851 erbauten Pfarrkirche eingemauert.
Insider-Tipp: Gleich neben der Kirche hat die Taverne Toš eine Terrasse, das sogenannte glagolitische Lapidarium, mit Nachbildungen früher glagolitischer Inschriften aus Istrien, Kvarner und Dalmatien. Ein Fischgericht mit Blick auf die Bucht, dazu ein Stück Schriftgeschichte, besser geht ein Nachmittag in Valun kaum.